100 Jahre Frauenwahlrecht

Einführung des Frauenwahlrechts

Am 12. November 1918 wurde der Rat der Volksbeauftragten in Berlin als Gesetzgeber tätig. Erste Amtshandlung war der Aufruf an das deutsche Volk, der im zweiten Teil die Bekanntgabe des von da an geltenden Rechts beinhaltete. Dieser Tag gilt heute als Meilenstein für Gleichberechtigung sowie Meinungs- und Religionsfreiheit. Verkündet wurde:

Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.

Das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht trat in Deutschland schließlich am 30. November 1918 mit dem Reichswahlgesetz in Kraft. Als im Jahr darauf am 19. Januar Wahlen zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung stattfanden, durften Frauen nicht nur erstmals an die Wahlurne, sondern auch für politische Ämter kandidieren. 82 % machten von ihrem Recht Gebrauch, 37 zogen als gewählte Mitglieder in die Nationalversammlung ein

Was vielen Männern aufstieß, fasst Marie Juchacz am 19. Februar 1919 als erste weibliche Sprecherin in der Weimarer Nationalversammlung nüchtern zusammen:

Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.

Ein Blick zurück

Doch bis zur selbstbewussten Aussage Juchacz‘ war es ein weiter Weg. Zur Zeit der Französischen Revolution war schon die Ablehnung einer Frauenrechte nicht anerkennenden Regierung durch Olympe de Gouges Grund genug, die Frauenrechtlerin 1793 hinzurichten.

Das noch 1848 in Preußen geltende Dreiklassenwahlrecht benachteiligte nicht nur Frauen, sondern auch einkommensschwache Klassen. So waren Fürsorgeempfänger ebenso wenig wahlberechtigt. Die Aufteilung der Wähler in eine Dreiklassengesellschaft in Kombination mit dem Wahlsystem des 19. Jahrhunderts führte außerdem dazu, dass die Stimme des einkommensstärksten Wählers fast 20 % mehr Einfluss auf das politische Geschehen hatte als die des einkommensschwächsten.

Neben außerparteilichen Feministinnen unternahm vor allem die SPD um 1900 Anstrengungen zur Ermöglichung eines Frauenwahlrechts. Immer mehr Frauen gingen für ihre Rechte auf die Straße. Während einige sich mit einem eingeschränkten Wahlrecht zufriedengegeben hätten, standen andere für ein allgemeines Frauenwahlrecht ein. Neben Männern standen dieser Bewegung auch etliche Frauen voreingenommen gegenüber, die die von einer überwiegend patriarchalisch geprägten Gesellschaft indoktrinierten Vorurteile vertraten. Diese sahen Frauen aufgrund ihrer biologischen und vermeintlich verminderten kognitiven Fähigkeiten eher für das Häusliche als für das Politische vor. Nur fünf Jahre vor der Einführung des Frauenwahlrechts äußerte sich der Abgeordnete Ernst-August Ahrens noch dementsprechend:

Wir glauben, unsere Töchter haben etwas Besseres zu wählen als einen Abgeordneten, nämlich ihren Ehegatten. Und wenn sie damit fertig sind, dann haben sie ihre Kinder zu erziehen und sie zu guten, brauchbaren, tüchtigen, strammen Preußen und Deutschen zu machen.

Im Nationalsozialismus erlebt die Gleichberechtigung erneut einen Rückschritt, indem die NSDAP den Frauen im Jahr 1933 das passive Wahlrecht entzieht und sie keine politischen Ämter mehr bekleiden können. Auch durch die Verdrängung aus wichtigen, beruflichen Positionen wird den Frauen zunehmend gesellschaftlicher Einfluss entzogen. Erst 1948 erhalten sie durch die resolute Juristin Dr. Elisabeth Selbert ihr uneingeschränktes Wahlrecht zurück. Für die Anzahl der weiblichen Abgeordneten in den Fraktionen des Bundestags lässt sich heute noch festhalten, dass sie parallel zum Grad der Liberalität einer Partei steigt und wie stark sich die Haltung konservativer Parteien in ihrem Männerüberschuss widerspiegelt:

Ende gut, alles gut?

Auch wenn sich gesellschaftlich schon viel getan hat und die geschlechterunabhängige Gleichberechtigung zumindest schriftlich seit 70 Jahren im Grundgesetz verankert ist, kann davon in der Praxis nicht die Rede sein: So verdienen Frauen unter gleichen Voraussetzungen immer noch rund 20 % weniger als ihre männlichen Mitstreiter, werden nach Ausfällen aufgrund von Schwangerschaften und Kinderbetreuung bei der Besetzung vakanter Stellen oft benachteiligt (nachzulesen in einem unserer vergangenen Beiträge) oder werden in sonstiger Weise diskriminiert, wie zuletzt die MeToo-Debatte zeigte.

Wir von AKD gehen tatkräftig gegen diese Zustände vor, denn wir sind Meister aller Alters- und Geschlechterklassen: Bei uns arbeiten Jung und Älter, Männlein und Weiblein Backstage gemeinsam dafür, dass Sie auf der Bühne glänzen. Finden Sie gut? Dann nehmen Sie doch Kontakt zu unserer fortschrittlichen Agentur auf!

Quellen- und Bildnachweis

[1] https://www.lpb-bw.de/12_november.html
[2] https://www.100-jahre-frauenwahlrecht.de/100-jahre-frauenwahlrecht-geschichte/stationen-zum-frauenwahlrecht.html
[3] https://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/frauenbewegung_der_kampf_fuer_gleichberechtigung/frauenbewegung-frauenwahlrecht-100.html

Zurück zur Übersicht